Fair gehandelt – Weltladen in Bad Wünnenberg zieht nach gut einem Jahr eine positive Bilanz

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Der „Vater“ des Weltladens in Bad Wünnenberg, Wolfgang Ebbers

Das wohl kleinste Lädchen im ganzen Kreis Paderborn hat sein erstes ganzes „Geschäftsjahr“ hinter sich: Der Weltladen in der Bad Wünnenberger Mittelstraße ist genau 8,4 Quadratmeter klein. Trotzdem kann man dort Kaffee, Tee, Schokolade, Honig, Schmuck, Wendepuppen und vieles mehr kaufen. Alle Produkte sind fair gehandelt, sie tragen das offizielle Fair Trade-Siegel. Das ist schließlich der Sinn eines Weltladens und das war auch der Grund, warum der Bad Wünnenberger Wolfgang Ebbers das Projekt als Privatmann im September 2014 initiiert hat. Heute wird es von 17 weiteren Helfern – vornehmlich Frauen – mitgetragen. Sie sorgen dafür, dass der Weltladen werktäglich von 15.00 bis 18.000 Uhr und samstags von 10.00 bis 13.00 öffnen kann.

Selbstverständlich wird nur ehrenamtlich gearbeitet und ohne die kostenlose Überlassung des kleinen Raumes durch die Wünnenberger Kräutermanufaktur würde es den Weltladen gar nicht geben. Die Anschubfinanzierung kam Ende 2014 von der Energiestiftung Sintfeld. Mit den 2500 Euro Fördergeld aus der Windkraft konnten die ersten Waren angeschafft werden. „Wir bekommen viel Zuspruch und mittlerweile kaufen auch viele Vereine z. B. ihren Kaffee bei uns“, freut sich Ebbers. Der Polizeibeamte steckt in seiner Freizeit viele Stunden in den Bürokram, der rund um so einen Laden anfällt.

Im letzten Jahr konnte trotz der geringen Margen bei fair gehandeltem Kaffee und Co. zum ersten Mal schon was „über“ gemacht werden: 1000 € konnte der Weltladen als Spende an die Paderborner Brasilieninitiative Avicres überweisen. Die endgültige Jahresabrechnung 2015 steht aber noch aus. Für Wolfgang Ebbers, den Vorsitzenden des Bad Wünnenberger Weltladen e.V. ist ein Plus in der Kasse aber ohnehin nicht das wichtigste: Er will die Idee des fairen Handels weiter verbreiten. „Wir alle entscheiden mit unserem Einkauf, ob Bauern in Peru von ihrem Kakao-Anbau leben können oder nicht“ – sagt er.

Seine Augen glänzen vollkommen, als er von einem Wunsch erzählt: Vielleicht werde ja irgendwann die ganze Stadt Bad Wünnenberg offizielle Fair-Trade-Town. Gut möglich, dass er das hinbekommt. Schließlich hat er auch schon dafür gesorgt, dass beim Fürstenberger Carnevals Club 20 Prozent der Kamelle fair gehandelte „Wurf-Geschosse“ sind.

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